Vom C-Netz bis zum Smartphone – die Evolution der mobilen Telefonie

Von Rene Reinisch
Telefonzelle

Wenn du nicht im Jahr 1975 oder früher geboren bis, erinnerst du dich vermutlich gar nicht, wie das Zeitalter des Mobilfunks begonnen hat. Wo heute mit LTE+ beziehungsweise dem 4G-Netz digital gearbeitet und mit der Versteigerung von 5G-Frequenzen die neue Generation eingeläutet wurde, da nutze man bis ins Jahr 2000 das analoge C-Netz für Mobiltelefone. Seit der Einführung des C-Netzes im Jahre 1985 bis heute hat die mobile Telefonie geradezu eine evolutionäre Entwicklung durchgemacht.

 

Analoges Mobilfunknetz – das C-Netz als Vorläufer digitaler Telefonie

 

Über insgesamt 15 Jahre hinweg, von 1985 bis 2000, galt das C-Netz als das Nonplusultra, was Mobilfunk anging. Deutschlandweit nutzten 800.000 Teilnehmer das Netz, das keinem internationalen Standard unterlag und über deutlich mehr Funktionen verfügte, als alle Vorgänger zusammen. So sorgte etwa das sogenannte Handover dafür, dass die Verbindung nicht unterbrochen wurde, wenn der Nutzer von einer Funkzelle in die nächste wechselte, etwa beim Autofahren. Die ersten tragbaren Mobiltelefone für das C-Netz hatten, im Vergleich mit heute verfügbaren Smartphones, gigantische Ausmaße. Über den Hörer konnte der Nutzer verschiedene Funktionen aktivieren, etwa:

  • LC-Display
  • LED-Beleuchtung
  • Einbuchung
  • Verbindung
  • Sprachverschleierung
  • Lautstärkenregelung
  • Wahltasten

Eine Neuerung brachte dann die Einführung einer Karte, die du heute als SIM-Karte kennst. Durch sie entfiel letztlich die Notwendigkeit, jedem Endgerät einen bestimmten Nutzer zuzuordnen. Die Neuheit bestand in der Zuordnung der Chip-Karte zu einem Nutzer, der sie dann in verschiedenen Mobiltelefonen nutzen konnte. Weitere Neuerungen beim C-Netz waren die Möglichkeit, Sprachnachrichten mithilfe eines integrierten Anrufbeantworters aufzuzeichnen und Anrufe weiterzuleiten.

Der „Knochen“ der 1990-er Jahre

Heutige Smartphones sind vor allem zweierlei: multifunktional und extrem kompakt. Das war im Jahr 1992 noch vollkommen anders. Das erste „Smartphone“ beziehungsweise sein Urahn mit der Bezeichnung IBM Simon hatte große Ähnlichkeit mit einem Knochen, was dem Gerät seinen Spitznamen einbrachte. Allerdings konnte es schon mehr, als seine Vorgänger. Mit ihm konntest du folgende Funktionen nutzen:

  • Versenden von E-Mail und Fax
  • Verwaltung eines Kalenders
  • Verwaltung eines internen Adressbuches
  • Spielen von Games
  • Nutzung eines Touchscreen-Displays

Mit diesen erweiterten Funktionen war die technische Basis für die folgenden Smartphone-Generationen gelegt und der nächste Schritt folgte schon einige Jahre später.

Next Step – Smartphone mit Kamera

Kaufst du heute ein Smartphone, kannst du dich nicht nur für ein unglaublich umfangreiches Angebot an Handyzubehör entscheiden, sondern dir vor allem aussuchen, welche Qualität die Smartphonekamera haben soll. Das erste Smartphone mit Digitalkamera war das ab 1992 verkaufte Modell Camesse von Toshiba, mit dem du lediglich telefonieren oder Bilder machen konntest.  Bis zum Jahr 2004, in dem das Sharp GX30 mit seiner 1-Megapixelkamera auf den Markt kam, war die Bildqualität mehr schlecht als recht.

Smartphone-Evolution mithilfe von Betriebssystemen

Nicht nur die Hardware hat sich weiterentwickelt, sondern vor allem die in Smartphones verbaute Software. Vor allem die Betriebssysteme für Smartphones haben zu einer deutlich verbesserten, weil schnelleren Nutzbarkeit von Handyfunktionen beigetragen. Das Betriebssystem iOS von Apple, das seit 2007 die Funktionen steuert sowie das seit 2008 erhältliche Betriebssystem Android von Google sind bis heute die beiden marktbeherrschenden Systeme.

Die Betriebssysteme übernehmen den größten Teil der Arbeit in einem Smartphone und sind zuständig für die Verwaltung der internen Speicher, der Programme, der Prozessabläufe sowie der gespeicherten und verwendeten Dateien. Zudem steuern die Betriebssysteme die Hardware der Smartphones. Gab es in den ersten großen Mobilfunktelefonen noch riesige Platinen, so arbeiten die Systeme heute auf Basis von Micro-Prozessoren. Darüber hinaus ermöglichen sie eine einfache Handhabung der Geräte, denn sie stellen dem Nutzer eine sogenannte Benutzeroberfläche zur Verfügung.

Mit den Systemen Tizen, Windows 10 (das bei stationären PCs am häufigsten verwendet wird), Sailfish OS, Ubuntu oder webOS existieren weitere Betriebssysteme für Smartphone, spielen im Vergleich mit den neuesten Generationen iOS 12 und Android 9.0 aber höchstens eine untergeordnete Rolle.

Global Player beim Smartphone

Gab es in den Anfangsjahren des Mobilfunkzeitalters nur einzelne Anbieter für mobile Endgeräte, so findest du heute eine Vielzahl von Smartphone-Herstellern, die den Markt beherrschen. Dabei kann man unterteilen in den Hochpreissektor, in dem vor allem Apple mit seinen iPhone-Modellen sowie Samsung mit den Galaxy-Modellen versuchen, Kunden zu gewinnen.

Zunehmend streben aber auch andere und vor allem günstigere Marken auf den Markt. Hier wären vor allem ASUS, Blackberry, HTC, Huawei, LG oder Nokia zu nennen. Aber auch Google und Microsoft bieten inzwischen Smartphones an. Obwohl die Preise vor allem von asiatischen Anbietern deutlich unter denen der Marktführer Apple und Samsung liegen, können sie qualitativ aber durchaus mithalten, wenn es um Kameraqualität und Bildschärfe sowie Farbwiedergabe, Speicherkapazität, Arbeitsspeicher, Prozessorgeschwindigkeit oder die Qualität des Displays geht.

Die neueste Entwicklung ist ein knickbares Display, wodurch du die Maße des Smartphones um die Hälfte verkleinern oder vergrößern kannst.

Preisentwicklung ist ebenfalls (r)evolutionär

Wenn du dir heute ein Smartphone zulegen möchtest, musst du vor allem entscheiden, wie viel Geld du investieren kannst und willst. Legst du Wert darauf, das jeweils neueste Smartphone von einem der Marktführer zu besitzen, kann dich das schnell einen vierstelligen Betrag kosten. Vor allem immer neue innovative Technik sorgt hier für die hohen Preise. Entscheidest du dich für ein Vorgängermodell oder für ein Smartphone unterhalb des Hochpreissektors, schrumpfen die Kosten auf die Hälfte zusammen.

Gerade die asiatischen Hersteller haben technisch aufgeholt und bieten Smartphones mit ähnlichen Leistungsmerkmalen wie die hochpreisigen Geräte an, nur wesentlich günstiger. Du kannst beim Kauf übrigens Kosten sparen, wenn du dir ein Smartphone zulegst und gleichzeitig einen Handyvertrag abschließt. Die Mobilfunkanbieter locken oft mit relativ neuen Smartphones, die du bei Vertragsabschluss für einen Bruchteil ihres ursprünglichen Preises oder gegen Zahlung eines kleinen monatlichen Aufschlags als Zugabe erhältst.

Foto: Pixabay.com, © maja7777CC0 1.0

Als hauptberuflicher Online Marketing Manager ist Content ein großer Teil meiner Arbeit. So kann ich dieses Hobbyprojekt wunderbar dafür nutzen, um das Interesse an Smartphones und Mehrwert-Content zu vereinen.
Rene Reinisch