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für alle – Erreichbarkeit vor ?

,New York, Istanbul oder Estland – in diesen Städten und Ländern gibt es schon länger freies Internet für alle.

Sie sind die Vorreiter und es funktioniert einwandfrei. In Deutschland gibt es zwar auch schon sogenannte Hot Spots, aber nur an bestimmten Stellen und nicht in allen Orten. , Berlin und Braunschweig zählen unter anderem zu den wenigen deutschen Städten, die über einen Hot Spot verfügen. Vorteilhaft ist freies vor allen Dingen für Studenten und Geschäftsleute, die unterwegs recherchieren oder arbeiten müssen. Es ist aber auch praktisch für alle anderen, die mal eben ihren Standort googlen müssen oder auf der Suche nach einem bestimmten Restaurant sind. Doch was ist mit denen, die ihr Internet zur Verfügung stellen?

Wie sieht es mit der Sicherheit aus und wer kam überhaupt auf die Idee, kostenlos mit zu versorgen?

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Schwierige Angelegenheit

Internet gehört heutzutage einfach dazu. Sei es zum Ausfüllen von Formularen für Ämter, dem Übermitteln der Steuererlärung ans Finanzamt oder einfach nur für das Social Networking. Sicherlich gibt es überall vereinzelte Bürger, die sich strikt weigern, Internet anzuschaffen. Aus Überzeugung. Die meisten von ihnen jedoch haben mit Sicherheit einfach nicht das Geld für einen Anschluss, der sie monatlich einen bestimmten Betrag kostet.

Genau das ist auch ein Punkt, warum freies W-LAN angeboten werden soll. Um sozialschwachen Menschen die Möglichkeit zu geben, auch ohne Anschluss im Netz surfen zu können. Vorangetrieben wird dieser Gedanke von Initiativen, gegründet von ganz normalen Bürgern, die völlig zweckfrei und ohne finanzielle Hintergedanken anderen helfen. Denn in diesem Punkt versagt der Staat. Zwar versorgt er Großstädte und Städte schlechthin mit gutem Internet, doch auf dem Land müssen auch im Jahre 2014 noch Bürger, die in Dörfern leben, selber Gräben für Glasfaserkabel buddeln. Und wenn es Internet auf dem Dorf gibt, dann mit ständigen Trennungen der Verbindungen. Internetanbieter legen lieber dort Kabel, wo es sich ihrer Meinung nach lohnt. Nämlich in Ballungsgebieten. Oder wo die Kabelwege kürzer sind. Übervorteilung nennt man das. Da erscheint es nur logisch, dass Nutzer auf dem Lande ihr W-LAN freigeben. Doch selbst das ist dem Staat ein Dorn im Auge, obwohl er bei diesem offenen W-LAN keinerlei Pflichten mehr hat. Hotels und Konsorten sind von der Störerhaftung befreit, doch bei Privatleuten sieht es anders aus. Sie stellen sich die Frage: Werde ich dafür haften müssen, wenn ein Dritter über meine W-LAN Verbindung eine Straftat begeht? Vorteil am freien Internetzugang ist jedoch die Schaffung von immer mehr regionalen Netzwerken, über die ebenfalls Nachrichten verschickt und Informationen geteilt werden können. Bleibt der fade Nachgeschmack von NSA, BND etc. Wir können nicht alles kontrollieren, wohl aber etwas Kontrolle über das Netz durch Kommunikation. Wenigstens etwas.

Was soll eigentlich eingerichtet werden?

Laut Presse hinkt Deutschland weit hinterher, was das öffentliche Internet betrifft. In allen deutschen Städten sollen Zugangsgeräte eingerichtet werden. Diese Geräte werden unter anderem in Ampeln, an sämtlichen Haltestellen oder in Telefonzellen installiert. W-LAN taugliche Elektronik wie zum Beispiel Smartphones oder Laptops können sich dann per Funk in einem bestimmten Umkreis automatisch durch diese im Internet „Anmelden“. Sicherlich gibt es bereits in vielen Städten solche Punkte, jedoch noch lange nicht überall und im benötigten Maße. Dazu kommt, dass ihre kostenlose Nutzung nur für einen bestimmten Zeitraum gilt oder gar generell Geld kostet.

Warum tut man sich damit so schwer?

In erster Linie macht es die deutsche Rechtsgrundlage schwer, jemanden mit reinem Gewissen sein W-LAN freizugeben. Denn das BGH Urteilte, dass jeder, der sein Netz freigibt, selber für Folgeschäden verantwortlich zu sein. Für illegale Zugriffe, zum Beispiel dem Herunterladen von illegaler Musik oder Filme, haftet der Inhaber des jeweiligen W-LAN Anschlusses – auch wenn er selber gar nichts gemacht hat. Der Gesetzgeber sieht es so, dass man den Anschluss ja nicht hätte freigeben müssen, immerhin wurde er vorher über eventuelle Folgeschäden aufgeklärt. Generell hat die oberste Priorität für jeden Einzelnen. Zudem kann sich jeder, der sich bereitwillig dazu erklärt, sein Netz freizugeben, dafür entscheiden, den Zugang zu verschlüsseln. Ist er verschlüsselt, kann niemand mitlesen, wenn jemand ins Internet geht. Ist er unverschlüsselt, kann dann jemand mitlesen? Diese Frage kann nicht von der Hand gewiesen werden, aber auch nicht eindeutig beantwortet werden. Normalerweise sind nämlich – laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – Hotspots nicht verschlüsselt und Dritte können mitlesen. Generell sei es sicherer, sagt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, im offenen W-LAN Netz erst gar keine prekären Daten herunterzuladen. Zudem sei die Nutzung von Antivirenprogrammen zu empfehlen. Grund für Diskussionen bietet allerdings die Grundlage aller Unternehmen, kostenloses W-LAN in der Öffentlichkeit grundsätzlich nur unverschlüsselt anzubieten. Möchte es jemand verschlüsselt nutzen, muss er dafür bezahlen. Generell zu empfehlen wäre es, auf seinen eigenen Bauch zu hören. Wer ein schlechtes Gefühl dabei hat, sein W-LAN freizugeben, sollte es lassen.

Gibt es jemanden, der vom öffentlichen W-LAN Netz profitiert?

Viele Unternehmen, die kostenloses Surfen anbieten, erhoffen sich natürlich etwas davon: Noch bekannter zu werden. Auch die Cafés, die kostenlosen Zugang ins Internet bieten, binden die Gäste. Nämlich durch den regelmäßigen Besuch ihres Etablissements und den Kauf von mindestens einem Getränk. In Besorgnis sind auch Handyanbieter. Denn wer kauft sich noch Flatrates, wenn er überall in der Stadt mit seinem Smartphone online gehen kann? Und das noch kostenlos. Da das W-LAN Angebot aber nicht überall funktioniert und nur für einen begrenzten Zeitraum, seien keine finanziellen Einbußen zu erwarten. Noch nicht. Wir werden sehen, die Zeit wird es bringen.
© Bildquelle by Marc Ehrich / flickr.com – (CC BY-SA 2.0)

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